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Spiel

Das Spiel erwartet nichts und ist an keine Bedingungen geknüpft und trotzdem ist es die Grundlage des Werdens.

Es gibt vier Hauptzustände der Kindheit:

1. Vertrauen
Wenn das Kind Vertrauen und Sicherheit spürt, kann es in der Beschäftigung mit der Umwelt zur Begeisterung kommen.

2. Begeisterung
Begeisterung entfacht das Feuer für die Handlungen des Kindes, das es über die kindlichen Grenzen hinaus katapultiert.

3. Offenheit
Durch die Erweiterung der Grenzen eröffnet sich ein Raum für Neues.

4. Aufmerksamkeit
Die Begeisterung lässt das Kind sich mit seiner ganzen Aufmerksamkeit in diesen neuen Erkenntnissen vertiefen.

Spielen, Fühlen, Lernen und Leben sind Synonyme:
* Spiele ist der Synonym für Fühlen, Lernen, Leben.
* Fühlen ist der Synonym für Spielen, Lernen, Leben.
* Lernen ist der Synonym für Spielen, Fühlen, Leben.
* Leben ist der Synonym für Spielen, Fühlen und Lernen.


André Stern

Urspiel

„Zeit in der Natur ist Entwicklungszeit.“

Gerald Hüther

„Hier wird gelernt, geübt, trainiert – Neuland für die Entwicklung gewonnen, in körperlicher, emotionalen und sozialer Hinsicht. Die Kinder erspielen sich ihre grundlegenden Lebenskompetenzen.“

Gerald Hüther

Das Urspiel ist das Spielen in und mit der Natur. Das ist der elementare Zugang zur Natur und die Grundlage für die Aufbau eines Naturgewissens. Es ist nicht auf Wald, Wiese und Bach beschränkt, sondern kann überall da stattfinden, wo es (noch) Räume – und seien es die kleinsten Naturräume – gibt. Das Urspiel zeigt sich in den unterschiedlichsten Tätigkeiten und Formen:

* Pfützen springen
* gatschen
* durch Schlamm und Wasser waten
* Gräser, Blumen und Blätter pflücken
* rennen auf einer Wiese
* fangen und balgen
* sich verstecken in hohen Gras
* hinterhäcken und bäumen
* Äste abbrechen
* Käfer fangen, Schnecken und Schneckehäuser sammeln
* raufspringen, klettern, runterspringen, balancieren
* mit Stöcken klopfen
* in der Erde graben
* Rinde von Bäumen ziehen
* mit Erde, Blättern, Gräsern kochen und backen
* einen Hang hinunterkullern und purzeln
* mit Stöcken kämpfen
* Lager in Streuchen, um Bäume bauen
* Feuer entfachen

Alles macht für Kinder Sinn und ist Spiel Gelegenheit.

Das Urspiel bietet die Begegnung mit der Eigentlichen, mit der Original. Das was vermittelt wird, ist gespielte Wirklichkeit in der Natur.
Im Urspiel gibt es:
* keinen Wettbewerb,
* kein Rucksack voll mit Ergebnissen
* keinerlei Bewertungen von Erwachsenen
* keinen Sieger oder Verlierer

Das Urspiel ist ein Geschenk der Schöpfung ist kein Massenprodukt. Ist die Einheit von Kind und Material und die Quelle seiner Kraft. Im Urspiel wird die selbe Energie, die die Blume zum Blühen bringt, was ein Vogel fliegt, Wasser fließt, einen Kern zu einem stattlichen Baum werden lässt. Urspiel ist kein Kinderkram, keine nutzlose Zeitverwendung, sondern Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.

Es ist für ein Kind von elementaren Wichtigkeit, dass wir uns in das Urspiel des Kindes so wenig wie möglich verbal, kognitiv, sozial, zeitlich technisch und räumlich einmischen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Quelle: „Spielplätze für die Kinderseele“ von Rudolf Hettich